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Neurovaskulare Erkrankungen Teil 2 Fälle – Frage 27

Die Hirntoddiagnostik umfasst drei Stufen, die schrittweise nacheinander abgeschlossen werden. Sie wird von zwei besonders qualifizierten Fachärzt*innen unabhängig voneinander durchgeführt. Die radiologische Diagnostik ist Teil der dritten Stufe (Nachweis der Unumkehrbarkeit des Ausfalls der gesamten Hirnfunktionen). Alternativ erfolgen andere apparative Zusatzuntersuchungen (meist EEG) oder die Wiederholung der klinischen Untersuchung nach einer festgelegten Wartezeit.

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 2 Fälle – Frage 272025-04-29T21:06:20+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 13

Die native MRT hat die höchste methodenbedingte Artefaktanfälligkeit. Daher sollte, wenn möglich, immer eine Kontrastmittel-gestützte Untersuchung erfolgen. Bei Schwangeren mit der Verdachtsdiagnose einer Sinusthrombose wird die Durchführung einer nativen MRT empfohlen, da das Gadolinium-haltige Kontrastmittel fetotoxisch ist. Bei der Befunderhebung ist zu beachten, dass das venöse Gefäßsystem des Gehirns sehr variabel ist und häufig anlagebedingte [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 132025-08-14T13:59:34+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 14

Die DVA ist eine angeborene Gefäßpathologie und meist ein Zufallsbefund. Typischerweise liegen erweiterte Venen im Marklager vor, die auf eine zentrale kaliberstarke Drainagevene konvergieren. Die Drainage erfolgt dann in Sinus, oberflächliche oder tiefe Hirnvenen. Sie drainieren somit das normale Hirnparenchym; sollte eine DVA reseziert werden, kann es zu einer venösen Infarzierung kommen. Die sensitivsten Sequenzen [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 142025-08-14T15:49:40+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 15

Patient*innen mit einem Kavernom sind in der Hälfte der Fälle asymptomatisch. Wenn Kavernome symptomatisch sind, treten diese häufig durch epileptische Anfälle oder eine Hirnblutung in Erscheinung. Kavernome können solitär, gruppiert oder disseminiert (Kavernomatose) vorliegen. Anatomisch bestehen Kavernome aus erweiterten Gefäßräumen, die dicht gepackt sind ohne zwischenliegendes Hirnparenchym. Der Gefäßfluss innerhalb des Kavernoms ist langsam bis [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 152025-08-14T15:50:04+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 16

Die kapilläre Teleangiektasie findet sich typischerweise im Hirnstamm (Pons) und besitzt keinen Krankheitswert. Anatomisch bestehen kapilläre Teleangiektasien aus dilatierten Gefäßkapillaren umgeben von (gesundem) Hirnparenchym. Da sie häufig flächig imponieren, kann es differentialdiagnostisch schwierig sein den Befund von weiteren Kontrastmittel-aufnehmenden Läsionen (tumoröser oder entzündlicher Genese) zu unterscheiden.

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 162025-08-14T14:02:46+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 17

Die DVA ist die häufigste vaskuläre Malformation. Sie ist eine Low-Flow-Malformation und besitzt daher ein niedriges Blutungsrisiko. Dieses wird mit ca. 0.22% pro Jahr in der Fachliteratur angegeben. Die Häufigkeitsangaben von Kavernomen variieren zwischen 5-25%. Das Blutungsrisiko wird bei Kavernomen außerhalb des Hirnstamms mit 0.5% pro Jahr angegeben; das Blutungsrisiko bei Hirnstammkavernomen liegt bei bis [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 172025-08-14T14:02:56+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 18

In einem geringen zweistelligen Prozentsatz (ca. 12%) werden AV-Malformationen symptomatisch - häufig durch einen epileptischen Anfall oder eine Hirnblutung. Arteriovenöse Malformationen treten in der Regel (>95%) solitär auf und entsprechen meist High-Flow Malformationen. Bei Hinweisen auf eine AV-Malformation in der CT oder MRT sollte eine DSA durchgeführt werden. Diese dient zum Nachweis der Feeder und [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 182025-08-14T16:05:56+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 19

Durale AV-Fisteln können ein ausgedehntes Fistelnetz aufweisen mit multiplen zuführenden Arterien extra- wie intrakraniell. Entscheidend ob und wie behandelt wird, ist die Form der venösen Drainage (direkt in Sinus oder kortikale Venen, antegrader oder retrograder Fluss). Durale AV-Fisteln werden üblicherweise nach Cognard klassifiziert. Das Risiko für ein schlechtes neurologisches Outcome ist erhöht, wenn beispielsweise eine [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 192025-08-14T15:50:42+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 20

Die Gefahr einer Gefäßdissektion besteht zum einen durch die Lumeneinengung (Stenose oder Okklusion des Gefäßes) sowie durch die Ablösung von Thromben mit entsprechendem Risiko eines ischämischen Schlaganfalls. Die akute Gefäßdissektion ist die häufigste Ursache von Schlaganfällen bei Patient*innen unter 50 Jahre.   Vertebralisdissektion MRT einer 33-jährigen Patientin mit Hypästhesie im linken Arm und Schwindel nach [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 202025-11-02T14:39:51+01:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 21

Ein weiterer Vorteil der CT-A ist, dass bei einer Traumanamnese Begleitverletzungen (Fraktur in enger Langebeziehung zur Dissektion) suffizient abgebildet werden können. Bei der Befundung ist zu beachten, dass die genaue Lokalisation und Ausdehnung (extra- oder intrakraniell) der Gefäßdissektion beschrieben werden. Der Grad der Stenose oder das Vorliegen einer Okklusion ist entscheidend für die Therapieplanung. Die [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 212025-08-14T15:59:26+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 22

Die Durchführung einer CT-A bei Nachweis einer SAB in der nativen CCT ist obligatorisch. Die CCT besitzt in den ersten 24 Stunden eine ca. 95% Sensitivität für den Nachweis einer SAB. Die MRT (Protonen-gewichtete Sequenz oder FLAIR-Sequenz) hat in den ersten Tagen eine ähnliche Sensitivität wie die CCT, jedoch ist die MRT schlechter verfügbar. Darüber [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 222025-08-14T15:51:43+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 23

Die aneurysmatischen Subarachnoidalblutungen machen den Hauptteil aus (ca. 85%). Zu den nicht-aneurysmatischen Subarachnoidalblutungen (ca. 15%) gehören die präpontine (oder perimesencephale) und kortikale Subarachnoidalblutung. Bei der präpontinen Blutung findet man häufig keine Blutungsquelle; es wird eine venöse Ätiologie diskutiert. Kortikale Subarachnoidalblutungen finden sich häufiger bei Patient*innen mit zerebraler Amyloidangiopathie oder im Rahmen eines reversiblen zerebralen Vasokonstriktionssyndroms. Weitere seltene [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 232025-08-14T15:52:04+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 24

Das Auftreten dieser Hauptkomplikationen bestimmt das klinische Outcome der Patient*innen. Das Risiko für die Rezidivblutung ist in den ersten Tagen (ca. 4% an Tag 1, dann 1-2% pro Tag) am größten. Daher wird eine schnellstmögliche Diagnostik (DSA) und Ausschaltung der potenziellen Blutungsquelle angestrebt. Laut der Leitlinie „Subarachnoidalblutung“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (jedoch seit > [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 242025-08-14T15:52:27+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 25

Die Entscheidung, welche Behandlungsmethode favorisiert wird, ist abhängig von verschiedenen Faktoren (z.B. Lokalisation und Morphologie des Aneurysmas, Zugangsweg für die endovaskuläre Therapie, Spezialisierung des Neuro-Zentrums, Patientenalter). Die Behandlung sollte interdisziplinär zwischen den Hauptfachabteilungen (Neurochirurgie oder Neurologie und Neuroradiologie) abgestimmt werden.

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 252025-08-14T14:07:18+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 26

Die Time-of-Flight Angiographie oder KM-MR-Angiographie haben eine hohe Auflösung und werden häufig bei Patient*innen mit autosomal-dominanter polyzystischer Nierenkrankheit oder familiärer Aneurysma-Anamnese (≥ 2 erstgradige Angehörige mit Subarachnoidalblutung oder Aneurysma) zum Aneurysma-Screening durchgeführt. Dennoch muss beachtet werden, dass Aneurysmen mit einer Größe von unter 3 mm nicht nachweisbar sind.

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 262025-08-14T16:07:44+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 27

Es gibt regionale Unterschiede bezogen auf die Prävalenz von zerebralen Aneurysmen. Finnen und Japaner haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von zerebralen Aneurysmen und ein erhöhtes Rupturrisiko.  Zerebrale Aneurysmen sind meist asymptomatisch und Zufallsbefunde. In der MRT werden sie (wenn nicht in der Gefäßdarstellung) in T2w-gewichteten oder in T1w-gewichteten Kontrastmittel-gestützten Sequenzen entdeckt.

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 272025-08-14T14:08:31+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 28

Die Faktoren sind im Einzelnen: Aneurysma-spezifische Faktoren: Größe, Morphologie, Lokalisation Patient*innen-spezifische Faktoren: Alter, Risikofaktoren (z.B. familiäre Disposition, Rauchen, Hypertonie), Komorbiditäten bzw. periprozedurales Risiko, Patientenwunsch Symptomatik: Hirnnervenausfälle durch Aneurysmakompression Es ist nicht abschließend geklärt, welche (unrupturierten) Aneurysmen behandelt werden müssen (und welche nicht). Die zwei wichtigsten Patient*innen-spezifischen Faktoren sind die arterielle Hypertonie und der Nikotinabusus. Daher [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 282025-08-14T15:52:45+02:00

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 29

Die Durchführung einer apparativen Diagnostik zum Irreversibilitätsnachweis des Hirnfunktionsausfalls ist der letzte Schritt in der Stufendiagnostik. Die häufigste ergänzende apparative Diagnostik ist das Elektroenzephalogramm (EEG). Mittels Duplex- oder Doppler-Sonographie kann ebenfalls der zerebrale Perfusionsstillstand nachgewiesen werden. Jedoch ist die Modalität bei offenem Schädel-Hirn-Trauma oder nach erfolgter Kraniotomie kontraindiziert. Zum Zeitpunkt der CT-Untersuchung muss ein ausreichender arterieller [...]

Neurovaskulare Erkrankungen Teil 3 – Frage 292025-08-14T14:09:05+02:00
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