MSK Teil 4 – Frage 19

Die Monteggia-Fraktur = Proximale Ulnafraktur + Luxation des Radiuskopfes. Cave: Radialislähmung!  Die Merkhilfe lautet: "M wie Monteggia = Markant oben – Ulna gebrochen, Radiuskopf oben luxiert." Neurologische Komplikation der Monteggia-Fraktur: Der Ramus profundus des N. radialis verläuft in enger Beziehung zum Radiuskopf. Bei dessen Luxation kann er gedehnt oder direkt verletzt werden, was eine Streckschwäche [...]

MSK Teil 4 – Frage 192026-05-31T09:59:04+02:00

MSK Teil 4 – Frage 20

Chauffeur-Fraktur: Die Chauffeur-Fraktur ist eine intraartikuläre Abscherfraktur des Processus styloideus radii. Historisch entstand sie durch den Rückstoß der Handkurbel beim Anlassen früher Automobile – heute durch Scherkräfte bei Stürzen oder axialen Belastungen. Im Röntgen zeigt sich ein abgesprengtes Fragment des radialen Griffelfortsatzes.

MSK Teil 4 – Frage 202026-05-30T14:27:11+02:00

MSK Teil 4 – Frage 22

Nightstick-Fraktur: Die Nightstick-Fraktur ist eine isolierte Fraktur des Ulnaschafts durch direkten Schlag auf den erhobenen Unterarm (Abwehrhaltung gegen Schlagstock). Sie ist ohne Begleitverletzung bzw. Dislokation stabil und kann konservativ behandelt werden.

MSK Teil 4 – Frage 222026-05-30T14:30:13+02:00

MSK Teil 4 – Frage 23

Bennett-Fraktur: Die Bennett-Fraktur ist eine intraartikuläre Basisfraktur des ersten Metacarpale (Daumen) mit zwei Hauptfragmenten. Das kleine volare Fragment bleibt am Ligamentum palmare, während das große Schaftfragment durch den M. abductor pollicis longus nach radial-dorsal luxiert. Sie entsteht typischerweise durch Sturz auf den gebeugten Daumen (Skisturz). Rolando-Fraktur: Die Rolando-Fraktur ist eine Y- oder T-förmige intraartikuläre Fraktur [...]

MSK Teil 4 – Frage 232026-05-30T14:32:27+02:00

MSK Teil 4 – Frage 24

Boxer-Fraktur: Die Boxer-Fraktur ist eine subkapitale Halsfraktur des 5. Metacarpale nach einem Fauststoß. Am 5. Metacarpale sind bis zu 30–40° Volarabknickung tolerierbar. Jeder Rotationsfehler ist unabhängig vom Ausmaß eine Operationsindikation und muss klinisch (Fingernagelvergleich beim Faustschluss) ausgeschlossen werden. De-Quervain-Fraktur: Als De-Quervain-Fraktur bezeichnet man die kombinierte Fraktur des Os scaphoideums mit einer perilunären Luxation. Zumeist liegt [...]

MSK Teil 4 – Frage 242026-05-30T14:34:28+02:00

MSK Teil 4 – Frage 25

Mallet-Fraktur (Mallet-Finger): Die Mallet-Fraktur ist ein knöcherner Strecksehnenausriss am dorsalen Endglied durch plötzliche passive Beugung des gestreckten Fingers (z.B. Ballaufprall). Klinisch hängt das Endglied herab. Therapie: Bei Fragment < 30% der Gelenkfläche und ohne DIP-Subluxation konservativ (Schiene in Extension 6–8 Wochen). Bei > 30% oder Subluxation operativ. Die Compliance bei der Schienentherapie ist entscheidend: Jede [...]

MSK Teil 4 – Frage 252026-05-30T14:35:57+02:00

MSK Teil 4 – Frage 26

Toddler's Fracture: Die Toddler's Fracture ist eine undislozierte Spiralfraktur der Tibiadiaphyse bei Kleinkindern im Alter von ein bis drei Jahren (Laufanfänger), oft ohne eindeutig erinnerliches Trauma. Das Kleinkind beginnt plötzlich zu hinken oder verweigert die Belastung. Im Röntgen ist die Frakturlinie oft erst nach 10–14 Tagen durch Kallusbildung sicher erkennbar. Wichtiger Unterschied zur Kindesmisshandlung: Eine [...]

MSK Teil 4 – Frage 262026-05-30T14:37:53+02:00

MSK Teil 4 – Frage 27

Maisonneuve-Fraktur: Sie ist eine Kombinationsverletzung aus einer proximalen Fibulafraktur (subkapital oder Schaft), einer vollständigen Zerreißung der Syndesmose und Membrana interossea sowie einer medialen Verletzung (Innenknöchelfraktur oder Lig.-deltoideum-Riss). Die Fraktur liegt außerhalb des Standard-Sprunggelenk-Röntgens und wird daher regelmäßig übersehen.

MSK Teil 4 – Frage 272026-05-30T15:11:54+02:00

MSK Teil 4 – Frage 28

Segond-Fraktur: Die Segond-Fraktur ist ein kleiner knöcherner Avulsionsbruch am lateralen Tibiaplateau, der durch den Zug des anterolateralen Ligaments (ALL) bei einem Pivot-shift-Mechanismus entsteht. Sie ist pathognomonisch für eine VKB-Ruptur – in über 75% der Fälle liegt gleichzeitig eine VKB-Ruptur vor. Im Röntgen zeigt sich ein winziges ovales Fragment lateral am Tibiaplateau, das leicht übersehen wird. [...]

MSK Teil 4 – Frage 282026-05-30T15:12:39+02:00

MSK Teil 4- Frage 29

Avulsionsfraktur / Pseudo-Jones-Fraktur: Sie entsteht durch Zug des M. peroneus brevis bei einem Supinationstrauma. Die Frakturlinie liegt quer an der Spitze der Basis. Die Heilung ist gut und eine konservative Therapie mit Orthese für vier bis sechs Wochen ist ausreichend. Jones-Fraktur: Sie liegt in der gefäßarmen metaphysär-diaphysären Übergangszone, etwas weiter distal. Das Pseudarthroserisiko ist deutlich [...]

MSK Teil 4- Frage 292026-05-30T14:42:11+02:00

MSK Teil 4 – Frage 30

Chopart-Gelenk: Das Chopart-Gelenk (queres Fußwurzelgelenk) ist die Gelenklinie zwischen dem hinteren Fußwurzelblock (Talus und Calcaneus) und dem mittleren Fußwurzelblock (Os naviculare und Os cuboideum). Es wird nach François Chopart benannt und bildet die funktionelle Grenze zwischen Rückfuß und Mittelfuß. Chopart-Luxation: Bei einer Chopart-Luxation luxiert der gesamte Vorfuß und Mittelfuß aus dieser Gelenklinie heraus. Dies erfordert [...]

MSK Teil 4 – Frage 302026-05-30T15:14:56+02:00

MSK Teil 4 – Frage 1

Salter-Harris Typ I Röntgen des rechten Handgelenks (a.p. und lateral) eines 13-jährigen Patienten mit Schmerzen nach Ballaufprall. Hierunter lediglich in der lateralen Aufnahme sichtbarer geringer Versatz der Epiphyse des rechten distalen Radius nach dorsal (Kreis), einer Epiphyseolyse entsprechend (Salter-Harris Typ I). Die Fraktur wurde mittels zweier K-Drähte versorgt. Hierunter ist die Kongruenz der Epiphyse zur [...]

MSK Teil 4 – Frage 12026-05-30T12:44:55+02:00

MSK Teil 4 – Frage 2

Salter-Harris Typ IV und V sind gefährlich, da die Keimzellschicht der Epiphysenfuge direkt geschädigt wird. Wenn diese Zellen absterben, kommt das Wachstum partiell oder vollständig zum Stillstand, was zu Beinlängendifferenz oder Achsenfehlstellung führt. Typ V zeigt sich oft erst im Verlauf durch einen vorzeitigen Epiphysenfugenverschluss.   Salter-Harris-Klassifikation / Aitken-Klassifikation

MSK Teil 4 – Frage 22026-05-30T14:47:12+02:00

MSK Teil 4 – Frage 3

Das kindliche Skelett hat einen höheren organischen Anteil und ein sehr aktives, reißfestes Periost. Dadurch entstehen unvollständige Frakturformen, die beim Erwachsenen nicht vorkommen. Wulstfraktur (Torusfraktur): Sie entsteht durch axiale Stauchung. Die elastische Kortikalis wölbt sich metaphysär nur buckelartig auf, ohne dass eine Kontinuitätsunterbrechung entsteht. Sie ist stabil und kann mit einer einfachen Schiene für drei [...]

MSK Teil 4 – Frage 32026-05-30T12:51:27+02:00

MSK Teil 4 – Frage 4

Corner- bzw. Bucket-Handle-Frakturen sind metaphysäre Ausrissfrakturen, die durch Scher- und Torsionskräfte entstehen, wie sie beim heftigen Schütteln auftreten. Je nach Ausprägung erscheinen sie radiologisch als kleine Eckausrisse oder als bogenförmige Fragmente. Weitere radiologische Hinweise auf Kindesmisshandlung: Multiple Frakturen in verschiedenen Heilungsstadien – zeigen rezidivierende Traumatisierungen über Zeit an. Bilaterale symmetrische Verletzungen: Beide Seiten gleichzeitig sind [...]

MSK Teil 4 – Frage 42026-05-30T14:49:31+02:00

MSK Teil 4 – Frage 5

Die Osteogenesis imperfecta ist eine wichtige Differenzialdiagnose bei kindlichen Mehrfachfrakturen. Umgekehrt darf die Diagnose nicht zur Bagatellisierung einer echten Misshandlung führen.   Osteogenesis imperfecta Röntgen des Schädels, der Unterarme beidseits und der unteren Extremität eines 5-wöchigen Kindes. Den Eltern war eine Instabilität der Unterschenkel aufgefallen mit möglichen Schmerzen des Kindes. Zudem klinisch auffälliges Längenwachstum.  In [...]

MSK Teil 4 – Frage 52026-05-30T14:51:06+02:00

MSK Teil 4 – Frage 6

Die Rachitis ist ein Vitamin-D-Mangel beim Kind, der zu einer gestörten Mineralisation des Osteoids führt. Sie zeigt sich am deutlichsten an den Stellen des schnellsten Wachstums – also am Knie (distale Femur- und proximale Tibia-Metaphyse) und am Unterarm (Ulna).   Rachitis Bei diesem Kind sind die typischen Zeichen der Rachitis abgrenzbar: Becherung der Metaphysen: Die [...]

MSK Teil 4 – Frage 62026-05-30T13:00:38+02:00

MSK Teil 4 – Frage 7

Harris-Linien haben keinen eigenen Krankheitswert. Sie sind ein stummer radiologischer Zeuge überstandener Erkrankungen oder Belastungsphasen. Multiple Harris-Linien in verschiedenen Abständen zur Fuge sprechen für multiple Wachstumsstörungen über Zeit. Harris-Linien dürfen nicht mit Frakturen verwechselt werden. Sie verlaufen immer parallel zur Wachstumsfuge, sind glatt begrenzt und haben keine klinische Symptomatik.

MSK Teil 4 – Frage 72026-05-30T13:02:32+02:00

MSK Teil 4 – Frage 8

Indikationen für die Knochenalterbestimmung: Verdacht auf Pubertas praecox (Knochenalter > chronologisches Alter). Wachstumsverzögerung / Pubertas tarda (Knochenalter < chronologisches Alter). Forensische Altersbestimmung bei unbekanntem Geburtsalter. Planung orthopädischer Interventionen (z.B. Epiphysiodese-Timing). Weitere Methoden: Die Methode nach Tanner-Whitehouse ist in Europa weiter verbreitet und gilt als präziser, ist aber aufwendiger. Sie bewertet einzelne Knochen mit einem Punktesystem. [...]

MSK Teil 4 – Frage 82026-05-30T13:04:28+02:00
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